Technologie
Das Prinzip: eine Schicht zwischen Mensch und KI-Agenten
DAOS ist kein Chat-Programm und kein Modell. Es ist eine Schicht, die zwischen Ihren Mitarbeitenden und den KI-Agenten sitzt: ein Dienst, der auf Ihren Rechnern und Servern installiert wird, im Hintergrund läuft und beim Systemstart automatisch das Management der Agenten übernimmt.
Der Nutzen dieser Position ist einfach: jede Anfrage muss durch diese Schicht hindurch – auch auf dem lokalen Rechner. Deshalb lassen sich an genau einer Stelle Regeln durchsetzen, Kosten messen und Nachweise erzeugen – für alle Agenten, alle Modelle und alle Mitarbeitenden gleichzeitig. Bedient wird DAOS über eine Oberfläche im Browser, die auf dem eigenen Rechner läuft, oder über die Kommandozeile; beides ohne Verbindung nach außen.
Der Weg einer Anfrage
Anfrage
Regelprüfung
Modellwahl
Ausführung
Antwort
Protokoll
Illustrativer Ablauf – die Schritte im Detail stehen unten.
- 1
Jemand stellt eine Aufgabe
Eine Mitarbeiterin bittet einen Agenten, einen Vertrag zusammenzufassen – über die DAOS-Oberfläche oder ein Werkzeug, das an DAOS angebunden ist. Nicht direkt bei einem Modellanbieter.
- 2
DAOS prüft die Regeln
Bevor irgendetwas passiert: Darf diese Rolle diesen Agenten starten? Welche Modelle sind für sie freigegeben? Ist das Budget für diesen Zeitraum noch offen? Eine abgelehnte Anfrage wird abgelehnt – nicht stillschweigend umgeleitet.
- 3
DAOS wählt das Modell
Erst dann entscheidet DAOS, wer die Aufgabe übernimmt: ein lokales Modell im eigenen Netz für Routinearbeit, ein Frontier-Modell in der Cloud nur, wenn die Aufgabe es erfordert – und nur, wenn die Sicherheitsstufe der Daten und des Kontexts das zulässt.
- 4
Der Agent arbeitet abgeschottet
Der Agent läuft in einem eigenen Container mit festen Grenzen für Rechenzeit, Arbeitsspeicher und Ablage. Datenbanken oder Dateien bekommt er einzeln und auf Anfrage zugeteilt. Einen Modellanbieter kann er nicht selbst anrufen.
- 5
Alles Wesentliche ist protokolliert
Jeder Modellaufruf, jeder Ressourcenzugriff und jede Richtlinienentscheidung erzeugt einen Eintrag mit Zeitstempel, Kosten und Ergebnis. Ein fehlender Eintrag gilt als Fehler, nicht als Normalfall.
Wo Ihre Daten bleiben
Jede Ressource und jeder Datenbestand in DAOS trägt eine Sicherheitsstufe, die Sie je Ressource frei wählen. Sie entscheidet, wie weit die Daten reisen dürfen: Public und Confidential dürfen an einen externen Modellanbieter weitergegeben werden, Strictly Confidential, Secret und Private bleiben vollständig innerhalb von DAOS und werden dort von lokalen Modellen verarbeitet.
Ohne DAOS
Mit DAOS
Sicherheitsstufen
Illustrative Darstellung – keine reale Systemarchitektur.
Zwei Details, die den Unterschied machen: Die Grenze ist technisch gesetzt, nicht organisatorisch – ein Agent hat keinen eigenen Weg nach draußen, jeder Modellaufruf läuft über DAOS. Und die Einordnung passiert an der Ressource, nicht im Kopf des Anwenders: Wer nicht weiß, wie sensibel eine Datei ist, kann sie auch nicht versehentlich an das falsche Modell schicken.
Die fünf Bausteine im Detail
Monitoring
- Ein Dashboard im Browser zeigt in Echtzeit über 20 Kennzahlen: Prozessorlast, Arbeitsspeicher, Festplatte, Netzwerk und – wo vorhanden – die Grafikkarte samt Temperatur, Auslastung und Speicherbelegung.
- Auf Prozessebene ist sichtbar, welcher Agent wie viel verbraucht. Nicht „das System ist langsam", sondern „dieser Agent belegt gerade drei Kerne".
- Alarme in fünf Schweregraden, mit konfigurierbaren Schwellen (Voreinstellung: 80 % Prozessorlast, 85 % Arbeitsspeicher, 90 % Festplatte).
- Eine Kennzahlen-Historie über 24 Stunden macht Trends und Kapazitätsbedarf sichtbar.
Ressourcenverzeichnis
- Beim Start erkennt DAOS selbst, was zur Verfügung steht: Hardware, Container-Laufzeit, lokal installierte Modelle, angebundene Schnittstellen, Datenbanken und Netzwerkdienste.
- Jede Ressource wird registriert und mit einer Sicherheitsstufe versehen. Das Verzeichnis ist damit auch die Antwort auf die Frage, was im Unternehmen überhaupt an KI-relevanten Ressourcen existiert.
- Ein Agent erhält Ressourcen nicht pauschal, sondern einzeln und auf Anfrage zugeteilt – jede Zuteilung und jede Freigabe wird protokolliert.
- Das Verzeichnis lässt sich nach Art, Sicherheitsstufe oder Verfügbarkeit durchsuchen.
Richtlinien
- Drei Ebenen: die Systemebene gilt für alle und ist unveränderlich, die Benutzerebene regelt Rollen und Abteilungen, die lokale Ebene einzelne Arbeitslasten. Die Systemebene hat Vorrang – lokale Regeln können sie nicht aufweichen.
- Freigabelisten für Modelle greifen in Echtzeit: Ein nicht freigegebenes Modell wird beim Aufruf blockiert, nicht im Nachhinein beanstandet.
- Rollenbasierte Rechte legen fest, wer Agenten starten, Richtlinien ändern oder Protokolle einsehen darf.
- Für Entwicklung, Produktion und regulierte Umgebungen gibt es Vorlagen. Jede Änderung an einer Richtlinie wird protokolliert und ist damit prüfbar.
Kosten und Tests
- Kosten werden je Agent und je einzelnem Modellaufruf erfasst: Rechenzeit, Arbeitsspeicher, Aufrufe, Netzwerk und Ablage.
- Zu jedem Aufruf gehört ein Protokolleintrag – welches Modell, welche Aufgabe, welche Kosten.
- Budgets lassen sich je Stunde, Tag, Woche oder Monat setzen. Gewarnt wird bei 50, 75, 90 und 100 Prozent; darüber hinaus stehen vier Reaktionen zur Wahl: nur warnen, Agent pausieren, Agent stoppen oder neue Vorgänge blockieren.
- Ein günstigeres Modell lässt sich im laufenden Betrieb gegen das bisherige testen, bevor umgestellt wird.
Agent-Laufzeitumgebung
- Erstellen, starten, stoppen, neu starten, entfernen – der gesamte Lebenszyklus über eine Oberfläche.
- Jeder Agent läuft in einem eigenen Container. Ein fehlerhafter Agent zieht keinen anderen mit. Nach einem Fehlerfall ist das System in wenigen Minuten wieder betriebsbereit.
- Grenzen für Prozessorkerne, Arbeitsspeicher und Ablage sind je Agent einzeln festlegbar. Der Agent arbeitet in einem geschlossenen System und lässt sich damit sicher betreiben.
- Nach einem Fehler startet ein Agent automatisch neu, mit zunehmenden Wartezeiten zwischen den Versuchen. Eine Gesundheitsprüfung meldet Ausfälle, ein Standby-Modus gibt die Ressourcen inaktiver Agenten frei.
Anbieter anschließen und wechseln
DAOS spricht mit lokalen Modellen über Ollama sowie mit OpenAI, Anthropic und Google Vertex AI. Zusätzlich lässt sich jeder Anbieter anbinden, der eine OpenAI-kompatible Schnittstelle bereitstellt – das ist inzwischen der Branchenstandard.
Entscheidend ist, dass alle Anbieter hinter einer gemeinsamen Schnittstelle liegen. Ein Anbieter kann deshalb jederzeit gewechselt, ergänzt oder abgeschaltet werden, ohne Codeänderung, ohne Datenmigration und ohne Systemunterbrechung.
Die Zugangsdaten der Anbieter liegen verschlüsselt im Schlüsselbund des Betriebssystems – nicht in Konfigurationsdateien und nicht in Umgebungsvariablen. Ein Mitarbeiter braucht den Firmenschlüssel nie zu sehen, um mit dem Modell arbeiten zu können.
Wie Nachweise entstehen
Illustrative Darstellung – kein realer Datenfluss.
Protokolle sind in DAOS kein Bericht, den jemand am Quartalsende schreibt, sondern ein Nebenprodukt des Betriebs. Jede Grenzüberschreitung erzeugt einen Eintrag: eine Aufgabe, die hereinkommt, ein Modellaufruf, ein Ressourcenzugriff, eine Richtlinienentscheidung, ein Start oder Stopp.
- Zu jedem Modellaufruf werden Anfrage und Antwort verschlüsselt gespeichert – genau die Protokollierung, die Artikel 12 des EU AI Act verlangt.
- Einträge sind nach dem Schreiben nicht mehr veränderbar. Lücken und nachträgliche Eingriffe sind erkennbar, nicht nur unwahrscheinlich.
- Aufbewahrung: sechs Monate direkt abrufbar, darüber hinaus mit unserem Service bis zu fünf Jahre im Archiv.
- Auch Änderungen an Richtlinien landen im Protokoll. Auf die Frage, wer wann eine Regel gelockert hat, gibt es damit eine Antwort.
Weiter geht es mit der technischen Spezifikation für Voraussetzungen, Modelle und Verschlüsselung – oder direkt mit Installation und Start.
